Perspektiven auf Gut und Böse – Ethik

erstellt am: 10.11.2019 | von: | Kategorie: Ethik

Was ist moralisch richtig oder falsch? In der Philosophie gibt es ganz unterschiedliche Ansätze diese Frage zu beantworten, welche das sind, das erfahrt hier. Außerdem erfahrt ihr, was Ethik überhaupt ist und welche Bereiche man sie unterteilen kann. 

Fangen wir mal ganz grundsätzlich an: Was unterscheidet eigentlich Ethik von Moral? Ethik kommt vom altgriechischen “Ethos” und Moral vom lateinischen “Mos” von ihrer Wortherkunft her bedeuten beide Sitte, Gewohnheit oder Brauch. Viele verwenden die Wörter auch heute noch gleichbedeutend, in der Wissenschaft werden sie aber unterschieden. Hier versteht man unter Moral die Bräuche und Verhaltensregeln in einer Gesellschaft und unter Ethik das wissenschaftliche Fach, dass sich mit diesen Verhaltensregeln auseinandersetzt.

Die Ethik als wissenschaftliches Fach unterteilt sich in verschiedene Bereiche. Die deskriptive Ethik beschreibt die Sitten und Bräuche einer Gesellschaft also die Verhaltensregeln, die sich geschichtlich entwickelt haben. Diesen nicht philosophischen Teil der Ethik übernehmen die Geistes-Sozial- und Geschichtswissenschaften. Der philosophische Teil der Ethik deckt drei weitere Bereiche ab. Erstens die Metaethik die sich mit den Grundlagen moralische Urteile beschäftigt also solchen Fragen wie: Was ist gut und böse, gibt es das überhaupt und wie können wir das erkennen? Zweitens die normative Ethik, die versucht allgemeine Verhaltensregeln zu formulieren und zu begründen. Hier wird versucht ein allgemeingültiges Regelwerk für moralisches handeln zu schaffen. Drittens die angewandte Ethik die auf Basis der normativen Theorien versucht konkrete Urteile zu begründen hier wird z. B. versucht die Frage nach der Vertretbarkeit von Sterbehilfe zu beantworten.

Zuerst einmal wollen wir uns mit der normativen Ethik auseinandersetzen dabei geht es wie gesagt darum allgemeine Verhaltensregeln aufzustellen. In der Geschichte haben sich dafür unterschiedliche Herangehensweisen entwickelt. Wie sie sich unterscheiden versuche ich mal anhand eines Beispiels zu zeigen, nehmen wir den Satz: Der eifersüchtige Ehemann schlägt seine Ehefrau tot. Diesen bedauerlichen Umstand kann man jetzt aus drei verschiedenen Perspektiven betrachten. Erstens kann man auf den Akteur, also den Handelnden schauen in unserem Fall ist das der eifersüchtige Ehemann. Diese Perspektive wurde vor allem in der Antike eingenommen damals stellte man sich nicht so sehr die Frage was eine Handlung gut oder schlecht macht, sondern eher wie man ein guter Mensch wird. Auf unser Beispiel bezogen würde das bedeuten die Wurzel des Übels ist, dass der Ehemann eifersüchtig ist. Die verbreitetste Strömung die diese Perspektive einnimmt ist die Tugendethik, die auf Aristoteles zurückgeht.

Statt auf den Handelnden kann man den Fokus natürlich auch auf die Handlung selbst legen in unserem Fall auf das “Schlagen”. Theorien, die das tuen nennt man deontologisch, was so viel heißt wie das Gesollte oder die Pflicht weshalb man auch von Pflichtethik spricht. Diese Strömung geht davon aus, dass bestimmte Handlungen an sich schlecht bzw. moralisch verboten und andere an sich gut also moralisch geboten sind. Der bekannteste Vertreter dieser Strömung ist Immanuel Kant.

Die dritte Perspektive betrachtet nicht die Handlung selbst, sondern ihre Folgen weshalb man sie auch Konsequenzentialimus nennt. Auf unser Beispiel bezogen würde das bedeuten, dass nicht die Eifersucht des Mannes oder der Schlag das Schlechte ist, sondern der Umstand, dass die Frau jetzt tot ist. Die wohl bekannteste Strömung die diese Perspektive einnimmt ist der Utilitarismus der besagt eine Handlung ist dann gut, wenn sie den größten nutzen also die besten Folgen hat. Das klingt erstmal sehr einleuchtend hat in der Anwendung dann aber doch so seine Tücken.

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