Kurzgeschichte “Die Schwäne auf dem Wasser” Analyse

erstellt am: 11.11.2019 | von: | Kategorie: Writing

Die Schwäne auf dem Wasser

1.Einleitung

2.Inhaltsangabe

3.Erzählhaltung

4.Inhaltsaspekte

5.Charakterisierung

6.Form

7.Schluss

Einleitung:
Die Kurzgeschichte „Die Schwäne auf dem Wasser“ von Benno Pludra wurde in dem Sammelband „Eines Tages, Geschichten von überall her.“ welches herausgeben wurde von Joachim Gelberg und von dem Verlag Beltz und Gelberg in Basel 2002 veröffentlicht. In der Geschichte geht es um einen kleinen Jungen, der zum ersten Mal alleine schwimmen geht und dabei einer Gefahr ausgesetzt wird.

Inhaltsangabe:
Den Text kann man in drei Abschnitte gliedern. Von Zeile 1 bis 10 wird die allgemeine Lage des kleinen Jungen beschrieben, der zum ersten Mal alleine ohne seinen Vater schwimmen geht. Der nächste Gliederungsabschnitt von Zeile 11- 66 ist der Längste. Hier wird erläutert, wie er auf den See herausschwimmt und dort aber nicht mehr zurückkommt da Schwäne ihm den Weg versperren. Im letzten Abschnitt von Zeile 66 bis 85 fasst der Junge all sein Mut und prescht zwischen den Schwänen zum Ufer hindurch.

Erzählhaltung:
Der Er-Erzähler der Geschichte beschreibt aus der personalen Erzählperspektive. Er weiß die Gedanken und Gefühle des Protagonisten und beschreibt diese sehr sachlich und kurz. Es scheint so, als ob der Erzähler aus der Vogelperspektive berichtet, da er die gesamte Situation nie aus dem Auge verliert.

Inhaltsaspekte:
Die Geschichte spielt in einem Zeitraum von wenigen Stunden. Jedoch wird dem Leser erlaubt in die Vergangenheit zu Blicken, da es heißt „der kleine Junge hatte diesen Sommer schwimmen gelernt“ (Z. 1/2) Normal schwimmt er auch mit seinem „Vater“ (Z. 7) aber „heute“ (Z. 6) war er ganz „allein“ (Z. 7). Ebenso stellt sich als eine weitere Problematik heraus da ihn „niemand am Ufer sah“ (Z.7/8). Der See, in dem er schwimmt ist groß den es heißt: „Die Wiese am Ufer schien ihm fern“ (Z. 16/17) als er schon hinausgeschwommen ist. Es ist Windstill den die Bäume die am Ufer stehen werden durch den Vergleich „reglos wie im Schlaf“ (Z. 18) beschrieben.

In der Geschichte kommen gerade mal zwei Personen vor. Der Protagonist, also der kleine Junge und sein Vater. Jedoch werden noch andere „Leute“ (Z. 3) die den kleinen Jungen „bewunderten“ (Z. 3) kurz erwähnt. Eine weiterer Aspekt ist die Namenlosigkeit. Dadurch wird geschickt ein gewissen Distanz geschaffen zwischen dem Protagonisten und dem Leser. Interessant ist ebenfalls das die Schwäne wie Menschen veranschaulicht werden. Sie werden zahlreich genau beschrieben und werden dadurch sehr illustrativ veranschaulicht wie z.B. „sie äugten Scheel“ (Z. 79) oder „sie zogen gemächlich heran“ (Z. 24).

Charakterisierung:
Interessant ist die Spannungskurve des Textes, die mit eingeht der Charakterisierung des Jungens. Anfangs wird von dem Erzähler mit großer Begeisterung der Junge Charakterisiert. Er wird „bewundert“ (Z. 3) da er noch „sehr klein“ (Z. 3) ist und trotzdem schon schwimmen kann. Der Junge „schwamm“ (Z. 13) hinaus und „hielt“ (Z. 14) sich an einem „Pfahl“ (Z.14) fest als er nicht mehr konnte und deswegen „verschnaufen“ (Z.16) musste. Gleichwohl ist er „glücklich und stolz“ (Z. 19). Deshalb wird er übermütig und denkt eine einem inneren Monolog „ich konnte sonst wohin und sonst wie weit noch schwimmen“ (Z. 21/22). Durch diesen Parallelismus wird sein Verhalten beschreiben und dieses ist zurückzuführen darauf das er heute das erste Mal „alleine“ (Z.6) schwimmen geht und kein Vater zur Hand hat, der die Grenzen des Jungen kennt. Die übermütige Stimmung kippt schlagartig als „Schwäne [….] gemächlich heran“ (Z.24/25) ziehen. Er befindet sich in eine Patz-Situation da ihm sein Vater „zwei Lehren gegeben“ (Z.29) „den Seerosen weiche aus, den Schwänen komme nicht zu nahe“ (Z. 30/31). Der Junge hat großen Respekt vor den Schwänen was deutlich gemacht wird durch die Alliteration: „schweren Schwingen“ (Z. 36/37) und sie: „schnatterten mit harten Schnäbeln flach durchs Wasser“ (Z.35). Der Gegensatz „der kleine Junge klebt am Pfahl“ ( Z. 39) zu „dort hielt er sich fest“ (Z. 14) drückt erstmal aus das sich es um kein Vergnügen für den Jungen mehr handelt, sondern dass die Situation zunehmend ernst wird. Die Schwäne werden in den darauffolgenden Sätzen als hochgefährliche Tiere beschrieben die „heftig wie die Faust eines Mannes […] Zuschlagen“ (Z. 59/60) können. Die Spannung wird gesteigert durch die Inversion „Noch beachten sie den kleinen Jungen nicht.“ (Z. 61/62). Hier wird besonders das „noch“ betont und dies deutet daraufhin dass es nur eine Frage der Zeit ist bis der Junge als Opfer der Schwäne entdeckt wird. Aufgrund dessen wird der kleine Junge nun aktiv. Er ist nicht mehr der Betrachter, sondern beteiligt sich am Geschehen. Der Wendepunkt des Textes wird gekennzeichnet dadurch das der Junge über seinen eigenen Schatten springt und die Lehren seines Vaters nicht mehr einhält. Der Umbruch wird drauf wie folgt eingeleitet durch die rhetorische Frage: „Warum rief er nicht nach Hilfe?“ (Z. 73).. Der einst so „kleine Junge“ (Z. 74) der solch ein Respekt vor den Schwänen hatte, prescht mit „steil erhobenen“ (Z. 84) Kopf durch die „scheel“ (Z. 79) äugenden Schwäne hindurch. Als Höhepunkt der Geschichte kann man den letzten Satz definieren. Seinen „blonden Haare“ (Z 84/85) „spießten“ (Z. 84) hoch. Den Satz kann man mehrdeutig assoziieren einerseits könnten seine Haare vor Angst abstehen, anderseits kann es auch ein Lebenszeichen sein, dass er es geschafft hat die Gefahr zu überwinden.

Form:
Der Satzbau ist schlicht und einfach. Durch die monotone Satzanfänge entsteht ein ruhiges Klangbild, welches fortlaufend den Text durchzieht. Das Klangbild veranschaulicht ebenso die missliche Lage des Protagonisten. Eine weitere Formalität ist die häufige Wiederholung der Satzelemte „der kleine Junge“ (Z. 6/7). Weiterhin wird der Text geprägt von dem Pronomen „er“, welches nie durch einen Namen ersetzt wird.

Die Überschrift ist, wie sich nach dem Bearbeiten des Textes herausstellt, ist nicht angemessen gewählt. Weil der Text handelt nicht nur von Schwänen, sondern auch von dem kleinen Jungen, dieser Bezug fehlt vollkommenen. Aber deswegen entsteht ein gewissen Neugier die sicherlich nach den ersten Sätzen entsteht, um die Interesse des Lesers zu wecken.

Schluss:
Benno Pludra hat diesen Text sicherlich nicht nur als eine Kurzgeschichte geschrieben, sondern auch als ein Lerntext. So trifft das alte Sprichwort „wer nicht wagt, verliert“ sehr gut auf den Text zu. Der kleine Junge hätte Wort wörtlich verloren, wenn er sich nicht getraut hat über seinen eigenen Schatten zu springen und Lehre seinem Vater zu brechen. So meint auch vielleicht der Autor das man im Jungen Alter irgendwann der Zeitpunkt kommt wo man sich nicht immer mehr verlassen kann auf die Meinung eines anderen.

Trotzdem war es auch vielleicht richtig von dem Jungen solch ein großen Achtung vor den Tieren zu haben. Nicht selten wird berichten in unsere lokalen Zeitung vor Schwanen-Angriffen auf Mensch und Tier. So sorgte der gemein gefährlicher Schwan „ Iwan“ 2008 für landesweite Schreckensnachricht da er einen älteren Schwimmer lebensgefährlich verletzt hatte. Doch trotzdem wird der allgemeine Schwan in der Geschichte viel zu überspitzt beschreiben, den Ausnahmen bestätigen nicht die Regel.

Gabriel Layer
Gabriel Layer writer
Entschuldigung! Der Autor hat sein Profil nicht ausgefüllt.

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