Hinführung, Inhalt und Funktion der Szene “Garten” – Faust I

erstellt am: 20.11.2019 | von: | Kategorie: Writing

Szene Garten, V.3073 – 3197

Einleitung:

Die Tragödie Faust I, von Johann Wolfgang Goethe ist ein Gelehrtendrama aus dem Jahr 1808. Das Drama handelt von dem verzweifelten Protagonisten Faust, der durch manipulatives Handeln des Teufels von seinem rechten Weg, dem Streben nach Erkenntnis, abgebracht wird und stattdessen mit weltlichem Genuss konfrontiert wird.

Hinführung:

In der Szene “Prolog im Himmel” erlaubt Gott dem Teufel Mephisto den gelehrten Faust, dessen Verhalten von Gott als äußerst positiv erachtet wird, von rechtem Weg abzubringen. Faust, der sich in einer Lebenskrise befindet welche durch seinen unstillbaren Wissensdurst hervorgerufen wurde, spielt mit dem Gedanken, sich selber umzubringen um sich in seiner eigener Begrenzung aufzuheben, jedoch scheitert er mit diesem Vorhaben. Stattdessen aber geht er mit dem Teufel Mephisto, welcher auf den Plan getreten ist, einen Pakt ein.  Er geht diesen Pakt am Tiefpunkt seiner Resignation in der Hoffnung ein, seinem Ziel, eine Stillung seines Erkenntnisstrebens  auf der Erde zu erlangen, näher zu kommen. Sollte dieser Zustand der Zufriedenheit von Faust auf der Erde verspürt werden, so muss er mit dem Teufel gehen, welcher von dann an Besitzer von Faust seiner Seele wäre. 

Der Teufel, der von nun an nicht mehr von Faust seiner Seite weicht, zeigt ihm als erste Station im Mikro -Kosmos, die Leichtigkeit des Lebens in einer herkömmlichen Kneipe, dieses Trinkgelage ist jedoch Faust zu primitiv und er fühlt sich dadurch unwohl.  Im Anschluss daran bekommt der nicht mehr so junge Gelehrte, in einer “Hexenküche” einen Zaubertrank verabreicht welchen ihn verjüngen lässt und ihn regelrecht auf das weibliche Geschlecht fixiert. Faust findet tatsächlich direkt im Anschluss daran großen Gefallen an einem jungen bürgerlichen Mädchen, welches ihn verzaubert. Von nun an befindet sich Faust in einem Liebestraum und setzt alles auf ein erneutes Wiedersehen mit dem jungen Mädchen namens Gretchen. Ermöglicht wird dies durch Mephisto, welcher durch sein geschicktes Handeln Gretchens Interesse an Faust entfacht.

Inhalt Szene “Garten”:

In der Szene “Garten” kommt es zur ersten Verabredung Gretchens mit Faust. Arrangiert wurde diese Verabredung durch das gemeinsame Engagement von Mephisto mit Marthe, der Nachbarin von Gretchen.

Es werden zwei Dialoge geführt, einmal von Faust und Gretchen, sowie von Mephisto und Marthe. Mephisto macht Marthe Hoffnungen auf eine Annäherung seinerseits, um sich einen Vorteil gegenüber ihr zu verschaffen. Gretchen hingehen ist in dem Dialog mit Faust sichtlich nervös und schildert Faust ihre Angst, in einer Beziehung nicht gut genug zu sein, da sie nicht intellektuell gebildet ist so wie er. Faust entpuppt sich als verständnisvoller Zuhörer und begegnet ihren Zweifeln mit geschickten Komplimenten, womit er Gretchen endgültig von sich überzeugt. Beide haben im Laufe des Dialoges bemerkt, was sie voneinander wollen, nämlich jeweils die Liebe des anderen.

Bedeutung und Funktion der Szene “Garten”:

In der Szene “Garten” wird dem Zuschauer bewusst, wie kindlich eigentlich das Benehmen Beider ist. Es ist Gretchen durchaus klar, dass eine ernsthafte Beziehung zu Faust unmöglich ist, da sie ein aus einfachen Verhältnissen stammendes junges Mädchen ist, und Faust ein bereits alternder Mann aus höchsten Gesellschafts- und Bildungskreisen. 

Faust hingegen ist, bedingt durch den Zaubertrank, nicht mehr dazu in der Lage,  seine Begierde nach Gretchen differenziert betrachten zu können. Trotzdem überzeugt er Gretchen von sich, um  ihre weitere Zuneigung zu gewinnen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie Beide noch keine Erfahrungen in Liebesangelegenheiten gesammelt haben, so stürzen sie sich also Beide in ein ungewisses Abenteuer.

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