Die Reise-ein nachdenkliches Gedicht von 2010

erstellt am: 14.12.2019 | von: | Kategorie: Gesellschaft, Umwelt, Welt, Zukunft

Die Reise

9. Juli 2010 um 13:16

Ein Engel reiste durch die Zeit,
er kam nicht weit,
er hielt auf einem seltsamen Planeten
dort hat ihn ein Kind um Hilfe gebeten.
Was war geschehen, der Engel wollte es sehen.
Gemeinsam mit dem Kind
flog er los geschwind.

AFRIKA

Bild von Alex Strachan auf Pixabay

In einem weit entfernten Land, als Afrika bekannt, begannen sie die Reise.
“Riechst du`s Engel, des Todes Duft, wie er sich verbreitet in der Luft?”
Elefanten getötet ihres Elfenbeins wegen, Krokodile gehäutet für ein Luxusleben.
Zebras erschossen, um mit deren Fell einen Stuhl zu beziehen, Nashörner geschlachtet, um mit dem Horn zu musizieren.
Entsetzen machte sich breit, was war hier geschehen in der letzten Zeit.
Sie kamen in ein Menschenlager, voller Kinder schwach und mager.
Das Gesicht übersäht mit Fliegen die versuchen Feuchtigkeit abzukriegen.
Eine Mutter hält ihr Baby im Arm und schaukelt es, während all Leben das Kind verläßt. Kinder mit Bäuchen, aufgequollen wie ein Ball, spielen in einem schmutzigen, stinkenden Rinnsal.
Überall war zu sehen, zu spüren, zu hören das Leid das über das Land kam in so kurzer Zeit.
“Engel verstehst du, verlierst du nicht durch Hunger dein Leben wirst du es wegen AIDS aufgeben. Die Menschen haben nichts zu essen, die ganz großen, reichen haben sie vergessen , sie ihrem Schicksal überlassen und dennoch tun sie niemanden hassen, sie kennen nur diese Art zu leben, kannst du ihnen deine Hilfe geben?”
Der Engel hatte Tränen in den Augen, er konnte nicht glauben was er sah, er konnte nicht verstehen was hier geschah.
Sie flogen weiter in ein anderes Land, lest weiter was der Engel dort fand.

NORD-KOREA

Bild von 용한 배 auf Pixabay

Sie kamen in ein wunderbares Land, die Schönheit wird zu oft verkannt, besticht es doch durch seine Diktatur, ein Leben unter Beobachtung nur.
Tief versteckt im hinteren Land werden die Frauen zu oft verbannt.
Ein Leben ist nur Wert wenns ein Junge ist, verloren hat, wer ein Mädchen ist.
Gezüchtigtes, gedrilltes Leben. Aufstand zwecklos, schon vergebens.
Eine Mutter sucht ihren Sohn, es heißt, er lief davon.
Doch jeder hier weiß genau Bescheid, mit seiner Einstellung kam er nicht weit.
Dem Engel tut es unendlich leid.
Mit Tränen in den Augen verspricht er wiederzukommen, es hat ihm alle Freude genommen.

GRÖNLAND

Bild von Dr. Georg Wietschorke auf Pixabay

Das weiße weite Land, die Schönheit oft verkannt. Wie ruhig und friedlich es hier scheint, das hören sie einen furchtbaren Schrei.
Das weiß des Schnees mischt sich mit Blut, des Engels Herz füllt sich mit Wut, welch Leid ist hier geschehen. Das Kind sagt:”Komm, du wirst es sehen.”
Sie folgen dieser Spur aus Blut und Schnee, es tut dem Engel in der Seele weh, zu groß die Angst was ihn erwartet, er sieht es, es ist ausgeartet.
Die Stille mischt sich mit Geschrei und dumpfen Schlägen, sie sehen Männer die Robbenbabys aufeinander legen.
Das einst flauschig weiße Fell von Blut rot gefärbt.
Verzweifelt schreien die Muttertiere, robben umher auf allen vieren, um ihre Kleinen zu beschützen, doch es wird nichts nützen, der Mensch hat hier die Oberhand, mit einem Stock in seiner Hand.
Schlag für Schlag, wieder und wieder auf den Kopf bis aus dem Loch das Blut nur so tropft, eiskalt von Geldgier geleitet, weit und breit niemand der das vereitelt.
Die großen traurigen Augen verzweifelt zum Engel hinblicken als wollten sie einen Hilferuf schicken, der Engel war das letzte was es sah, bevor ihm der Mensch das Leben so grausam nahm.
“Lass uns gehn, ich hab genug gesehen”, der Engel kann es nicht verstehen das man so etwas tut, ganz ohne Gefühl, und all das Blut.
Trauer mischt sich zu seiner Wut.
Ein bisschen weiter an einem riesigen Berg so scheint es steht ein weißer Zwerg auf einer Eisscholle. Doch es ist ein Eisbär der nicht weiß wohin er gehn solle.
All seine Wege scheinen abgeschnitten, die Berge sind ins Eiswasser geglitten, und Tag für Tag wird es schwerer für ihn einen Weg zu finden seinen Hunger zu mindern.
“All die Autos, die Fabriken, die Flugzeuge zerstören das hier”, das Kind sieht ihn an.
“Engel hilf ihnen hier.”
Der Engel hat genug gesehen, wieder kann er nicht verstehen, wie konnte so etwas geschehen.
“Mein Kind laß uns weiter gehen, es gibt bestimmt noch etwas zu sehen.”
Und sie führen ihre Reise fort zum nächsten Ort.

AMERIKA

Bild von Leroy Skalstad auf Pixabay

Ein riesengroßer Kontinent, wunderbar und dekatent.
Ein Reich so scheint es mit eigenen Gezeiten, im Süden heiß im Norden schneit es. Sie kommen in eine große Stadt, was es hier wohl für Probleme hat. Es glitzert überall auf den Straßen, es wimmelt hier vor Menschenmassen, hier tobt das pure Leben, hier kann es doch kein Elend geben.
Hochhäuser, Parks,Kultur, Luxus, Freude, Lifestyle pur.
Ein fleißiger, emsiger Ort, da übernimmt das Kind das Wort.
” Schau mein Engel, du wirst es sehn, lass uns in diese Gasse gehen.”
Und plötzlich scheint die Zeit still zu stehn während sie durch diese Gasse gehn, es scheint als seien sie in einem anderen Leben, Luxus sucht man hier vergebens. Ein kleines Mädchen sitzt barfuß auf einer Matte, hällt in ihrer Hand eine Latte auf der steht: Ich habe Hunger, bitte helfen sie mir.
“Wo sind wir hier”, der Engel blickt das Kind fragend ins Gesicht.
“Das Engel ist das Amerika welches man sieht im Fernsehen nicht!”
Ein Bettler in seiner lumpigen Kluft, in seinem Beisein ringt er um Luft, läd die beiden zu sich ins Haus, doch dieses ist der wahre Graus. Ein Pappkarton bietet Schutz vor Regen, doch auch bei Kälte muss er sich hineinlegen und jeden Abend frägt er sich: Gibt es ein Morgen noch für mich?
Jeder Hund hat ein besseres Leben als all diese Menschen die so leben, im Stich gelassen von ihrem Volke, weil man diese Menschen einfach nicht wollte. Sie klauen, rauben, morden um zu leben, zu überleben. Nur die Starken kommen weiter, bist du schwach wirst du hier scheitern.
Ein Junkie setzt sich einen Schuß und hofft es ist der letzte, das endlich ist Schluß mit diesem Leben voller Hunger und Leid, er ist zum sterben bereit.
Die Prostituierte muss noch einen Freier bekommen um ihrem Baby ein Essen machen zu können. Die alte Frau schiebt ihr ganzes Leben mit einem Einkaufswagen durch den Regen. Menschen aus der Oberschicht bedecken sich ihr Gesicht, aus Angst sich mit irgendwas anzustecken, niemand tut hier die Hand ausstrecken, niemand bietet Hilfe an, niemand sieht die verstoßenen genauer an, Amerikas verlassene Seelen.
“Lass uns weiter ziehen mein Kind”, schon fliegen sie fort geschwind.

Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

In einem anderen Teil vom Landes treffen sie auf Menschen in einem seltsamen Gewand.
Ungläubig hört der Engel hin als ein Mann erklärt ihm den Sinn.
“Wir sind das einzig wahre Volk auf Erden, andersartige sollten sterben, unsere Rasse dominiert hier, das wahre Volk, das sind wir. Der echte Feind der weißen Rasse ist der schwarze auf der Straße. Er nimmt uns die Arbeit, den verdienten Lohn, er ist die Bedrohung voller Argwohn.
Der schwarze Mann sollte im Dschungel leben uns seine Besitztümer in unsere Hand geben, er sollte weit weg von uns leben, sich verstecken, so kann er uns auch nicht anstecken. Mit ihrem Vodoo Zauber wollen sie uns mürbe machen, soch bei uns haben sie nichts zu lachen, denn unsere Gemeinschaft ist ein starker Bund, ein starker Halt, wenn nötig vertreiben wir sie mit Gewalt!”
Der Engel sieht dem Mann ins Gesicht: “Aber alle seid ihr doch Gottes Kinder-oder etwa nicht?”
” Ha, Engel, da irrst du dich, die sind des Teufels Brut, Gott täte daran gut wenn er alle vernichten tut.”
Entsetzt wendet sich der Engel ab, er will nur noch fort von diesem Ort voll Hass und Ignoranz.

Bild von June Hanabi auf Pixabay

Sie sind auf einer Insel im Meer, hier gefällt es dem Engel sehr. Das blaue Wasser spiegelt diie Sonne, dieser Ort ist wirklich eine Wonne.
Ein endlos scheinender weißer Strand erstreckt sich über das gesamte Land. Was das Kind wohl hier schreckliches fand.
“Engel lass dich von der Schönheit nicht blenden, gleich siehst du wie qualvoll hier Tiere verenden.”
Vorbei an Hügel, grünem Gras machen sie sich auf zum kühlen Nass. Doch der Strand wird immer dunkler, taucht ein in ein tiefes schwarz, da sieht der Engel was.
Ein Pelikan versucht zu leben, während Ölschleim ihm das Gefieder verkleben. In alle Poren seines Körpers dringt der Schlick immer tiefer ein. Nimmt ihm die Sicht, raubt ihm die Luft, sein Schicksal ist besiegelt, er sterben muss.
Tote Fische überall, der Gestank hier ist eine Qual. Profitgier machte aus diesem Paradies einen Ort des Sterbens, unmöglich ihm jemals zu entrinnen, Überlebenswille hier vergebens.
“Komm ich zeige dir noch was”, das Kind führt den Engel hinab ins Nass. “Engel, einst gab es hier so viel Leben, ein Paradies tief im Ozean, irgendwann. Doch langsam stirbt hier alles aus, es ist ein Graus”.
Tote Korallenriffe liegen am Grund.
Der Lebensraum vieler Fische zerstört, nichts ist mehr so wie es gehört. Der Engel spürt das Leid das hier geschah, war es doch einst so wunderbar.
Doch der Mensch übte hier aus seine größte Macht und hat vorher nicht nachgedacht was das für Folgen haben wiird, das dieses Paradies auf Raten stirbt, blos um sich zu beweisen, auf seine Stärke hinzuweisen, das Meer gesprengt mit all seinem Leben, Regenerationsversuch umsonst, vergebens.
Traurig gehen sie an Land, der Engel fragt sich was das Kind noch fand.
Er hat eigentlich genug gesehen, der kann nicht verstehen daß das von Gott gegebene
Erbe wird von den Menschen so wird mit Füßen getreten.
“Warum gebt ihr nicht aufeinander acht, warum habt ihr alles kaputt gemacht, warum geht ihr so unachtsam mit der Erde um, warum seid ihr nur so dumm?
Mein Kind ich danke dir das du mich all das sehen ließt auch wenn ich viele Tränen vergieß, doch ich will sehen ob ich helfen kann, irgendwann.”

Bild von Constance Kowalik auf Pixabay

Und Tage später gab es einen großen Knall, die Erde leuchtet wie ein Feuerball, als sie erlosch war alles alte Leben fort und die neue Erde war ein wunderbarer Ort.
Was aus dem Kind wurde fragt ihr sicherlich.
Nun es schrieb diese Geschichte, das Kind bin ich.
Ich habe überlebt weil ich daran glauben kann
das man unsere Erde retten kann!!

Bild von artistlike auf Pixabay

Silvia Siebler-Ferry

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