Brennnessel – haariges Heilkraut

erstellt am: 28.11.2019 | von: | Kategorie: Gesundheit, Lifestyle

Brennnessel Tee

Die Brennnessel ist gemein. Sie wächst stur überall da, wo du sie selten haben willst. Rupfst du sie raus, ist sie bereits neu gewuchert, sobald du dich umdrehst. Das Wildkraut kann lästig sein. Kann. Denn es ist auch sehr nützlich, wenn du es entsprechend nutzt. Unkraut ist ein Kraut, was da wächst, wo du es nicht haben willst. Streich das Un – und nutze das Kraut. Wie? Das erfährst du hier.

Wildes Heilkraut Brennnessel

Brennnessel kennt jeder. Sie kann sehr hoch werden und die garstigen Blätter voller Pein wachsen an harten Stängeln empor – bis zu 150 cm. Das die Blätter schmerzhafte Pusteln auf der Haut hinterlassen, liegt an den Härchen: bei der kleinsten Berührung bricht es und fährt mitsamt der brennenden Ameisensäure in deine Haut.

Hat sich der grüne Schmerz sich erst einmal niedergelassen, hilft wenig. Die neuen Stängel wachsen aus dem Wurzelwerk, welches unterirdisch einen sehr großen Raum einnehmen kann. Hast du das Kraut erst einmal im Garten, hilft nur eins: Alle Wurzeln müssen weg. Ein Kraut, welches sich so vehement gegen das Vertreiben wehrt, bietet aber auch Vorteile.

Übrigens: Die Brennnessel ist ein Stickstoffanzeiger. Sie wächst überall dort, wo der Boden besonders gut mit Nährstoffen versorgt ist.

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Brennnessel – Natur und Tiere

Warum gibt es überhaupt so etwas wie die Brennnessel – wozu ist sie nützlich? Für viele Lebewesen dient sie als Schutz und auch als Futter. Verschiedene Schmetterlinge verbringen ihre Zeit als Raupe in den Nesseln. Kleine Spinnen und Würmer finden sich ebenfalls auf der Pflanze und der Marienkäfer findet hier einen reich gedeckten Mittagstisch. Selbst der Saft der Pflanze ist für einige Kleinstlebewesen eine wichtige Nahrungsquelle. Sollte es dir möglich sein, einen Teil des Gartens mit Brennnesseln zu belassen, hilft es der Natur.

Brennnessel – Dünger

Du hast einen Garten? Dann kannst du aus den gerupften Nesseln einen tollen Dünger herstellen. Am Ende hast du Superfood für deine Pflanzen, in dem Zink, Stickstoff, Eisen, Phosphor und Kalium vorhanden ist. Die Herstellung des Düngers ist denkbar einfach: Alles, was du benötigst, ist ein Eimer. Nimm einen aus Kunststoff. Diesen füllst du zu 2/3 mit den Brennnesseln und füllst den Eimer dann mit Wasser (Regenwasser eignet sich sehr gut) auf. Kurz umrühren und abdecken. Die nächsten 14 Tage rührst du den Inhalt des Eimers einmal täglich um und schon ist der weltbeste Dünger fertig. Stinkt er erbärmlich? Dann ist es so, wie es sein soll. Aber! Nutze die Jauche nicht unverdünnt.

Für deine Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen mische 1 Teil Jauche mit 10 Teilen Wasser. Für junge Pflanzen nimmst du 1 Teil Jauche zu 20 Teilen Wasser und für deinen Rasen 1:50.

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Gegen Blattläuse, Pilzbefall und allerlei Schädlinge der Pflanzen hilft ein Sud aus Brennnessel. Dazu nimmst du etwa 3 Esslöffel der Blätter und kochst sie in einem Liter Wasser auf. Das lässt du 24 Stunden stehen, seihst es ab und kannst es zum Beispiel in eine Sprühflasche füllen, um damit deine Pflanzen zu besprühen.

Brennnessel Heilkraft

Das Tolle an Brennnessel ist, dass du ziemlich alles von der Pflanze verwenden kannst.

Barfst du deinen Hund? Dann kannst du ihm neben Kokosöl auch Brennnessel unter sein Futter mischen. Das soll zu einer besser Nierentätigkeit und zu schönerem Fell verhelfen.

Was steckt drin?

In den Brennsessel-Blättern stecken unter anderem:

  • Flavonoide
  • Vitamin C, B, A und K
  • Steroide
  • Kalzium
  • Kalium
  • Kieselsäure
  • Histamin
  • Serotonin

Und in den Wurzeln:

  • Steroide (beta-Sitosterol)
  • Lignane
  • Lectine
  • Polysaccharide

Und in den Samen:

  • ätherische Öle
  • Vitamin E, A
  • Karotin
  • Eiweiß
  • Linolsäure

Wie du siehst: in der ganzen Pflanze (bis auf in den Stängeln) sind wertvolle Stoffe enthalten.

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Brennnessel verlieren ihre Schmerzhaftigkeit, wenn du sie mit kochendem Wasser übergießt!

Brennnessel Gesundheit

Brennnessel können dir sehr guttun. Sie stecken voller Vitamine und helfen, deine Nierentätigkeit anzuregen. Das kann ordentlich Wasser aus dem Gewebe schwemmen.

Achtung: Menschen mit Herzkrankheiten dürfen keine Brennnessel zu sich nehmen und auch schwangere sollten mit der Pflanze vorsichtig sein. Schließlich wird das Wasser im Körper gebraucht.

Im Altertum wurde aus den Samen auch ein Liebestrank gemacht und selbst Hildegard von Bingen war von der Nessel überzeugt. Was kann sie?

Brennnessel wirkt

  • Blutreinigend
  • schwemmt Wasser aus
  • und fördert die Durchblutung
  • verdauungsfördernd
  • entgiftend
  • regt den Stoffwechsel an und
  • senkt den Blutzucker
  • Kann als Shampoo verwendet gegen Schuppen helfen

Brennnessel Tee

Eine einfach Art, die Brennnessel zu genießen, ist als Tee zubereitet. Dazu kannst du entweder getrocknete oder frische Blätter nehmen. Einfach die gewünschte Menge Blätter (mehr Blätter für mehr Geschmack) mit heißem Wasser übergießen und 2–4 Minuten ziehen lassen.

Brennnessel Spinat

Für einen leckeren Spinat, den du auch mit Girsch mischen kannst, sammelst du frische junge Blätter. Diese kochst du, nur ganz kurz, mit einem Schuss Sahne ein. Abgeschmeckt werden kann der Brennsessel-Spinat mit Salz und einem Hauch Muskat. Am Ende püriert, dann ist das Essen wunderbar sämig. Den Spinat kannst du auch einfrieren.

Brennnessel Salat

Ganz junge Blätter der Nessel brennen im übrigen noch nicht. Wenn du einen Salat machen möchtest, dann brauchst du also die Baby- Blättchen. Diese schmecken hervorragend mit gerösteten Nüssen, zum Beispiel Pinienkernen, etwas Öl, Salz und Pfeffer, Zitronensaft und auch etwas Knoblauch. Passend dazu kannst du weitere Wildkräuter wie zum Beispiel das Gänseblümchen oder den Löwenzahn in deinen Salat geben.

Brennnessel Smoothie

Magst du Smoothies? Dann probier doch mal einen Smoothie mit Brennnessel – Samen. Das gibt reichlich Power, Eiweiß und schmeckt hervorragend nussig!

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Brennnessel sammeln

Nicht das ganze Jahr, sondern nur in der Zeit von März bis etwa August kannst du die Blätter der Nessel sammeln. Dafür nimmst du nur die frischen, die jungen Blätter. Wenn du mehr sammeln möchtest, musst du sie trocknen oder kannst sie auch, wenn du einen Brennessel-Spinat gemacht hast, einfrieren.

Die Samen der Brennnessel sind spätestens im Oktober fertig um gesammelt zu werden. Auch diese kannst du trocknen und damit haltbar machen.

Achte beim Sammeln auch auf den Standort: Besser ist es, wenn du deine Brennnessel in einer natürlichen Umgebung sammelst, fern ab von Straßen und Siedlungen.

Brennnessel Vor- und Nachteile

Haben Brennnessel Vor- und Nachteile?

Brennnessel Vorteile

  • Brennnessel gibt es gratis
  • und du kannst sie auf vielfache Weise nutzen.
  • Das spart dir im Laufe eines Jahres richtig Geld.
  • Du kannst die Brennnessel auch im Rahmen einer Diät nutzen

Brennnessel Nachteile

  • Du musst etwas vorsichtig sein, wenn du dich nicht laufend verbrennen willst.
  • Die Herstellung der Jauche ist nicht unbedingt dufte.
  • Mitunter ist der Umgang ein wenig gewöhnungsbedürftig.

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Brennnessel Fazit

Ich habe schon viele gute Erfahrungen mit der Brennnessel gemacht und auch der Spinat aus der Nessel ist lecker. Der Tee ist sehr bekömmlich – du solltest nur viel Wasser dazu trinken, weil er richtig gut ausspült. Die Jauche habe ich ebenfalls schon (so wie meine Großmutter damals) selbst hergestellt und sie ist ein unschlagbares Universalmittel. Selbst an den „Gestank“ kann man sich gewöhnen.

Ich mag die Brennnessel und ich liebe die Zeit, in der sie für mich nutzbar ist.

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Ein toller Blogbeitrag! Wie immer hilfreich;) LG

Vielen Dank! LG